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30.10.2010 Von Fukuoka nach Shiminoseki PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: randy   
Samstag, den 30. Oktober 2010 um 13:00 Uhr

Japanreisebilder auf Flickr

 

Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück habe ich Dachkater bis zur U-Bahnhaltestelle Flughafen begleitet und bin selber wieder zurück zum JR-Bahnhof. Dort habe ich eine Fahrkarte für den Localtrain mit umsteigen in Kokura gelöst - etwa 1h 30. Shinkansen wäre nur 30 min gewesen aber teurer und ich war ja recht früh drann.

Nach der Ankunft habe ich mein Gepäck im Toyoko Inn, im Bezirk Buzendacho, deponiert und bin erstmal im Kreis um die nähere Gegend - eigentlich wollte ich nur etwas Aussicht aus Meer finden.

Der erste Schrein steht weder im Reiseführer, noch in der Touri-Karte die man am Bahnhof bekommen kann - leider beschränkt sich die Aussicht dort oben auf die Hochhäuser in der nächsten Umgebung.

Die Seamall Shimonoseki sei das größte Einkaufszentrum von Yamaguchi-ken - aber Meeresblick habe ich da schon mal keinen bekommen können.

Am internationalen Hafen hatte ich auch keinen Erfolg - da musste ich ganz außenrum laufen und war ohne es zu merken bereits in den Ortsteil Karacho gekommen.

Das Aquarium hat mich nicht sehr gereizt, also habe ich es links liegen lassen. (Ich bin tatsächlich rechts an dem Gebäude am Ufer weiter entlang.)

Am Kanmon Fährhafen wurden lautstark Überfahrten nach Kanmon auf Kyushu angepriesen - aber ich war ja jetzt einen ganzen Monat in Kyushu gewesen, hatte also keinen Anlass da so schnell wiederl zurück zu wollen.

Das Shimonoseki-Nabecho Postamt ist das aktiv Dienstälteste von Japan und stammt von 1900. Daneben steht das ehemalige Gebäude der Akita Co. aus dem Jahr 1915 mit einem netten Dachgarten. Die ehemalige Britische Botschaft wird momentan völlig saniert und ist deswegen nicht besuchbar.

Ein erstes Highlight war der Kameyama Hachimangu mit vielen Steinlaternen, einigen Schildkröten und einer Statue von einem Kugelfisch. (Um den sich in Shimonoseki ja einiges zu drehen scheint - überall Bilder und Statuen, sogar auf den Gullideckeln ist er abgebildet.)

Wenige 100m weiter steht dann der Akama Jingu. Auf der Touri-Karte steht als Beschreibung "zum Gedenken an die tragische Geschichte des Kaisers Antoku der im Alter von 8 Jahren im Jahr 1185 starb" - Also meiner Erinnerung nach wurde dieser Kaiser gegen Ende der Seeschlacht zwischen Minamoto (Genji) und Taira (Heike), von seiner Mutter in den Ertrinkungsfreitod mitgenommen. Bei der Gelegenheit ging dann auch das Reichsschwert, das das Kaiserhaus zusammen mit dem Spiegel und dem Juwel zusammen von Amaterasu erhalten hatte, für immer verloren. Übrigens hiess Shimonoseki früher Akamagaseki. Während sich die meisten Japaner im Eingangsbereich dieses Schreins ablichteten und dann wieder das Weite suchten, habe ich dann in buchstäblicher Ruhe die entlegeneren Teile dieses Schreines durchstöbert und genossen.

Gegenüber vom Akama Jingu ist dann noch ein Gedenkstein für die 12 koreanischen Friedensmissionen während der Edo-Zeit, von denen 11 genau an dieser Stelle an Land kamen.

Die Kanmon (Auto-)Brücke zwischen Kyushu und Honshu war dann nicht mehr zu übersehen. Praktischerweise ging genau unter ihr ein Torii-Tunnel von einem Inarischrein ein paar Stockwerke in die Höhe, so daß man dort einen guten Blick auf das gegenüberliegende Ufer und den dortigen Brückenkopf hat. Die ganze Brücke steht bzw hängt nur an zwei Stahlsäulen, die auch noch recht hohl zu sein scheinen. Im Boden unter der Brücke ist übrigens dann der Fussgängertunnel zwischen Kyushu und Honshu, bei dem man die Strasse von Shimonoseki trockenen Fusses unterqueren kann.

Im kleinen Mimosusou-gawa Park kann man die Statuen der beiden Clanührer der Genji und Heike bewundern. Dort stehen dann auch noch ein paar alte Kanonen herum, bei der aus einer, gegen Münzeinwurf, Mündungsrauch aufsteigen kann.

Gegenüber von dem Park beginnt der Aufstieg zum Hinoyama bzw. zunächst zur unteren Seilbahnstation. So billig bin ich in Japan bisher noch nicht Seilbahn gefahren: Einfache Fahrt 300 JPY und mit Rückfahrt 500 JPY. Entgegen meiner ersten Befürchtung hat sich der Ausflug auf den Berg echt gelohnt: Man konnte ein ganzes Stück Kyushu, die Strasse von Shimonoseki, die Inlandsee, eine Ecke Honshu und in der Ferne sogar Shikoku im Dunst erkennen. Wäre das Wetter nicht so finster trüb gewesen dann wäre die Aussicht noch genialer gewesen. Aber immerhin ist es trocken geblieben, auch wenn es den ganzen Tag beleuchtet war wie sonst nur Spätabends. Leider habe ich zu spät erst mitbekommen daß es auf dem Berg weiter hinten auch noch eine Festungsruine gegeben hätte.

Als ich wieder unten am Meer war traf ich dann eine Fehlentscheidung. Geblendet vom bisherigen Tempo in der ich die Sehenswürdigkeiten abgegrast hatte beschloss ich weiter zum Bezirk Chofu zu laufen. Die Karte macht auch nicht darau aufmerksam, das man hier wohl besser den Bus nehmen sollte. Nach mehr als 2 Stunden zu Fuss habe ich dann in Süd-Kuromon aufgegeben und bin mit dem Bus die Rückreise zum Hotel angetreten. Gemäß Googlemaps hatte ich damit gerade mal die unterste Ecke von Chofu erreicht und hätte noch eine ganze Ecke vor mir gehabt. So habe ich also noch ein bißchen was übrig um irgendwann noch einmal in Shimonoseki vorbeizukommen.

Abendessen wurde im 7eleven, gegenüber vom Hotel erbeutet - und nach dem Verzehr desselbigen wurden Bilder und Tagesbericht aktualisiert.

Die Bilder zum Tag gibt es unter: http://www.flickr.com/photos/katzenpost/sets/72157625271906430/